Seit 2006 veranstaltet der Deutsche Fördererkreis regelmäßig besondere Abendveranstaltungen – die “ Haifa Dinner“, zu denen namhafte Persönlichkeiten eingeladen werden. In „privater „Atmosphäre beim exklusivem Essen wird im kleinen Kreis über interessante Themen referiert und diskutiert. Als Ehrengäste und Vortragende konnten bereits u. a. Dr. Norbert Lammert, Frank-Walter Steinmeier, Joschka Fischer, Otto Schily, Hildegard Müller, Stanley Fischer (seinerzeit Präsident von der Bank of Israel) sowie Sari Nusseibeh (Präsident der Al-Quds Universität in Ost-Jerusalem) gewonnen werden, die interessante Anstöße für rege Diskussionen gaben. In der Vergangenheit haben auch herausragende Wissenschaftler der Universität Haifa und unsere Stipendiatinnen dabei ihre spannenden Forschungserrungenschaften vorgestellt und über ein Israel berichtet, das nicht in den Schlagzeilen der Medien zu finden ist. Ein Israel, das wirtschaftlich und technologisch erfolgreich ist, das eine unwahrscheinliche kulturelle Vielfalt bietet und eine sehr lebendige Demokratie hat.
Meinungsaustausch, Information, Diskussion und Förderung: Die hochrangigen traditionelle Haifa-Dinner dienen der Absicherung der interkulturellen Stipendienprogramme Jewish-Arab Community Leadership Program und Werner Otto Arab Israeli Women Graduate Program – die in ihrer Art und nachhaltigen Wirkung seit über 20 Jahren einzigartig für und in Israel sind. Diese Programme stehen beispielhaft für gelebte Ko-Existenz, Chancengleichheit und akademische Exzellenz. Gerade in herausfordernden Zeiten sind sie wichtiger denn je.
Haifa Dinner 2026 im Industrie-Club Düsseldorf mit Ehrengast Hendrik Wüst
Brücken statt Boykotte: Wir setzen ein starkes Zeichen für deutsch-israelischen akademischen Austausch. Bei unserem optimistischen Abend in Düsseldorf mit Ministerpräsident Hendrik Wüst stand die Kraft von Wissenschaft und Dialog im Mittelpunkt.

Hendrik Wüst MdL, Ministerpräsident des Landes Nordrhein-Westfalen, Dr. h.c. Sonja Lahnstein, Vorstandsvorsitzende, Deutscher Fördererkreis der Universität Haifa/ © Christoph Lichtenberg
Knapp 60 Gäste aus Politik, Wissenschaft, Wirtschaft und Zivilgesellschaft kamen am Donnerstagabend auf Einladung des Deutschen Fördererkreises der Universität Haifa e.V. zum Haifa-Dinner im Industrie-Club Düsseldorf zusammen. Im Mittelpunkt der Veranstaltung standen die deutsch-israelische Wissenschaftskooperation sowie die Rolle der Universität Haifa als Ort akademischer Exzellenz, gelebter Vielfalt und gesellschaftlichen Zusammenhalts. Mit einem Anteil von 40 % israelisch-arabischen Studierenden gilt sie als ein besonderes Beispiel für das Miteinander im vielfältigen Mosaik der israelischen Gesellschaft. Im Beisein von Hendrik Wüst, Ministerpräsident des Landes Nordrhein-Westfalen, und Dr. Stephan Keller, Oberbürgermeister der Landeshauptstadt Düsseldorf, wurde die Bedeutung wissenschaftlicher Zusammenarbeit zwischen Deutschland und Israel hervorgehoben.
Ministerpräsident Hendrik Wüst würdigte in seiner Ansprache die deutsch-israelischen Beziehungen, die Rolle wissenschaftlicher Kooperationen sowie die langjährige Verbundenheit Nordrhein-Westfalens mit Israel und Haifa: „Die Universität Haifa steht für Wissenschaft, die Brücken baut und gesellschaftlichen Zusammenhalt stärkt. Menschen unterschiedlicher Religionen, Kulturen und Herkunft lernen, forschen und leben hier miteinander. Der Deutsche Fördererkreis der Universität Haifa leistet dazu einen wichtigen Beitrag. Er eröffnet jungen Menschen Perspektiven, fördert gesellschaftliches Engagement und den interkulturellen Dialog. Die Projekte, die der Förderkreis unterstützt, sind ein wichtiges Zeichen der Solidarität. Gerade jetzt, wo Antisemitismus auch an deutschen Hochschulen wieder zunimmt, ist das von besonderer Bedeutung. Universitäten müssen Orte der Freiheit, des offenen Denkens und des respektvollen Austauschs bleiben. Wenn jüdische Studierende dort Hass, Ausgrenzung oder Anfeindungen erleben, ist das ein Angriff auf die Grundwerte unserer demokratischen Gesellschaft. Nordrhein-Westfalen wird weiterhin mit aller Klarheit gegen Antisemitismus eintreten – an Hochschulen und Schulen genauso wie auf den Straßen und im digitalen Raum.“
Zu den Rednerinnen und Rednern des Abends zählten darüber hinaus der Präsident der Universität Haifa, Prof. Gur Alroey, die arabisch-israelische Neurowissenschaftlerin Prof. Hanin Karawani-Khoury sowie die Vorstandsvorsitzende des Deutschen Fördererkreises der Universität Haifa e.V., Dr. h.c. Sonja Lahnstein-Kandel. Die Gespräche konzentrierten sich auf die Rolle der Universität Haifa als eine der führenden Forschungsuniversitäten Israels und auf ihren Beitrag zu einer resilienten und gemeinsamen Gesellschaft. Zugleich wurde die Bedeutung internationaler wissenschaftlicher Kooperationen in Zeiten zunehmender Polarisierung und akademischer Boykottbestrebungen betont.
Daran knüpfte Universitätspräsident Prof. Gur Alroey an. Er betonte, dass Hochschulen nicht nur Orte von Forschung und Lehre seien, sondern auch Verantwortung für den gesellschaftlichen Zusammenhalt tragen. Universitäten müssten Räume schaffen, in denen unterschiedliche Perspektiven zusammenkommen und gemeinsame Lösungen für gesellschaftliche Herausforderungen entwickelt werden können: „Ich danke unseren deutschen Freunden und Ministerpräsident Hendrik Wüst für die Gelegenheit, die Universität Haifa vorzustellen – die vielfältigste Hochschule Israels mit 40 % israelisch-arabischen Studierenden. Ich rufe die Hochschulen in Deutschland dazu auf, die wissenschaftliche Zusammenarbeit mit Israel zu vertiefen und akademische Boykotte klar zurückzuweisen: Wissenschaft baut Brücken, eröffnet Chancen und gestaltet Zukunft. Neben Forschung und Lehre auf Weltklasseniveau verstehen wir gesellschaftliche Wirkung als unsere dritte Mission. Als lebendiges Labor des Zusammenlebens fördern wir soziale Mobilität und stärken den gesellschaftlichen Zusammenhalt – ein Ansatz, der in der Region des Nahen Ostens einzigartig ist.“
Ein besonderer Schwerpunkt des Abends lag auf den vom Deutschen Fördererkreis unterstützten Koexistenz- und Stipendienprogrammen der Universität. Dazu zählen das „Jewish-Arab Community Leadership Program“, das junge jüdische und arabische Führungspersönlichkeiten zusammenbringt, sowie das „Werner Otto Arab Israeli Women Graduate Scholarship Program“, das herausragende arabische Studentinnen auf ihrem Weg zu akademischen Spitzenabschlüssen fördert. Beide Programme sind einzigartig für Israel und die gesamte Region im Nahen Osten. Zu den herausragenden Absolventinnen des „Werner Otto-Programms“ zählt auch Prof. Mouna Maroun. Die Neurowissenschaftlerin schrieb Universitätsgeschichte, als sie zur ersten arabisch-israelischen Rektorin der Universität Haifa berufen wurde. Ihr Werdegang steht beispielhaft für das Ziel des Stipendienprogramms, talentierten Frauen den Weg in wissenschaftliche Spitzenpositionen zu eröffnen.
Ein eindrucksvolles Beispiel für die Vielfalt und den integrativen Anspruch der Universität Haifa verkörpert auch Prof. Hanin Karawani-Khoury, Leiterin des AudioNeuro-Labors der Universität Haifa. In ihrem Beitrag sprach die arabisch-israelische Wissenschaftlerin über ihre Forschung an den Schnittstellen von Neurowissenschaft, Hörforschung und Mehrsprachigkeit sowie über die Chancen, die ein offenes akademisches Umfeld für wissenschaftliche Exzellenz und gesellschaftliche Teilhabe eröffnet: „Die Vielfalt an der Universität Haifa prägt meine Forschung jeden Tag aufs Neue. Die Mehrsprachigkeit der Teilnehmerinnen und Teilnehmer in unserem Labor eröffnet faszinierende Fragen – und ebenso spannende Antworten – zur Plastizität des Gehirns und zu kognitiven Funktionen. Die Universität Haifa schafft dafür einzigartige Voraussetzungen: Sie ermöglicht nicht nur bahnbrechende Forschung, sondern auch einen intensiven Austausch zwischen Menschen mit ganz unterschiedlichen Perspektiven“, erklärte sie.
Nordrhein-Westfalen und Haifa: Eine Verbindung mit Zukunft
In ihrer Ansprache hob Dr. h.c. Sonja Lahnstein-Kandel die besondere Bedeutung deutsch-israelischer Partnerschaften hervor – gerade in einer Zeit, in der israelische Wissenschaftseinrichtungen zunehmend mit Boykottaufrufen und Ausgrenzungsversuchen konfrontiert seien: „Die Verbindung zwischen Nordrhein-Westfalen und Israel hat seit Jahrzehnten wunderbare und nachhaltige Projekte hervorgebracht. Dazu zählt beispielsweise das Jeckes Museum an der Universität Haifa. Jeckes – Einwanderer aus dem deutschsprachigen Raum, darunter viele aus Nordrhein-Westfalen – brachten einst Wissen, Unternehmergeist und demokratische Werte aus Deutschland nach Israel. Heute liegt es an uns, diesen Geist fortzuführen: durch Begegnung, durch wissenschaftliche Zusammenarbeit und durch die entschlossene Unterstützung jener Institutionen, die Vielfalt, Dialog und Freiheit täglich leben. Akademischen und kulturellen Boykotten müssen wir mit Entschlossenheit sowie einer klaren Haltung und konsequentem Handeln entgegentreten, denn sie stehen all diesen Werten entgegen.“
Anmerkung der Geschäftsstelle: Dank der großzügigen Spenden, die im Rahmen unseres Haifa Dinners eingegangen sind, können wir unsere beiden zentralen Förderprogramme an der Universität Haifa auch im akademischen Jahr 2026/27 fortführen: das Jewish-Arab Community Leadership Program sowie das Werner Otto Arab Israeli Women Graduate Scholarship Program. Wir sind von Herzen dankbar und überglücklich.
Impressionen des Abends



































Fotos: Deutscher Fördererkreis der Universität Haifa e.V. / © Christoph Lichtenberg
Haifa Dinner 2024 im Hafen Klub Hamburg mit Ehrengast Joschka Fischer
Im Mai 2024 begrüßen wir im legendären Hafen Klub Hamburg Herrn Joschka Fischer (Außenminister a.D.) und hochkarätige Gästen zu unserem 10. Fundraising Haifa Dinner.
Beim Empfang auf der Sonnenterrasse und vor traumhafter Elbkulisse begrüße unsere Vorstandsvorsitzende Dr. h.c. Sonja Lahnstein-Kandel alle Gäste auf der Herzlichste, u.a. unsere Haifa-Ehrengäste Prof. Ron Robin. Prof. Gur Alroey und Prof. Tally Katz-Gerro, wie unseren hochkarätigen Dinner Speaker Herrn Joschka Fischer.
Unter dem Topic „Worauf es jetzt ankommt“ hielt Joschka Fischer eine bemerkenswerte Rede und regte uns alle wieder zum Nachdenken an. Das Dinner diente vor allem der Absicherung unserer beiden Haupt-Programme: Werner Otto Arab Israeli Women Graduate Program und dem Jewish-Arab Community Leadership Program.
Wir sind überglücklich, dass wir dank der eingegangenen Stipendienspenden nun auch das nächste akademische Jahr absichern können.
Impressionen des Abends:
























Fotos: Deutscher Fördererkreis der Universität Haifa e.V. / © Patrick Lux
Haifa Lunch 2023 mit Ehrengast Ilana Berman-Frank
Ergänzend zu den seit 2006 etablierten Haifa-Dinnern hat der Deutsche Fördererkreis 2023 das Haifa Lunch ins Leben gerufen – als feines Come-together in gelöster Atmosphäre mit einem Ehrengast aus Haifa, der einen Vortrag hält und Raum für persönlichen Austausch sowie inspirierende Gespräche bietet.
Sonja Lahnstein begrüßt die Gäste des 1. Haifa Lunchs im Hamburger Hafen-Klub

Wissenschaft und Solidarität beim ersten »Haifa Lunch« im Oktober 2023
Seit Monaten stand dieser Termin bereits fest: Im Jubiläumsjahr der Universität Haifa – seit über 50 Jahren ist die Hochschule nun bereits der weltweit größte Treffpunkt von Muslimen, Christen, Drusen und Juden – hatte ihr Deutscher Fördererkreis eine Reihe kleiner und persönlicher Roundtables vorgesehen. Sie sollten die Freundschaftsbrücke nach Deutschland stärken und einen Einblick in die Arbeit der Universität gewähren. Für den 11. Oktober hatte der Verein zum ersten »Haifa Lunch« in den Hamburger Hafen-Klub geladen.
Die international renommierte Meeresforscherin Prof. Ilana Berman-Frank, Direktorin des »Mediterranean Sea Research Center of Israel« an der Universität Haifa, wollte die wissenschaftliche Kooperation zwischen ihrem israelischen Forscherteam, deutschen Wissenschaftlerinnen und Wissenschaftlern vom Geomar Helmholtz-Zentrum für Ozeanforschung Kiel und Forschenden aus den Vereinigten Arabischen Emiraten vorstellen.
Doch dann überrollte der Terrorangriff der radikal-islamistischen Hamas Israel. Die Veranstaltung in Hamburg abzusagen, kam für den Deutschen Fördererkreis nicht infrage: Der »Haifa Lunch« wurde zum Zeichen der Solidarität, eine Ansage auch gegen den wachsenden Antisemitismus in Deutschland.
Und so berichtete Ilana Berman Frank im Hafen-Klub von ihrer wichtigen internationalen Forschung, die sie fortzusetzen hofft, sobald die Kämpfe ein Ende nehmen. Sie sprach in Hamburg als Meeresforscherin, aber vor allem auch als Mensch, als vierfache Mutter und Großmutter über das Israel nach dem 7. Oktober. Über die heikle Lage an der Küste, wo Entsalzungsanlagen den Großteil des israelischen Trinkwassers produzieren. Vom ruhenden Hochschulbetrieb, von Bunkerschutzräumen auf dem Campus und von Flüchtlingen, die in den Studentenwohnheimen Zuflucht gefunden haben. Jeder Israeli, so Berman, kenne mindestens ein Opfer. Einer ihrer eigenen Mitarbeiter wird vermisst, der Sohn ihrer besten Freunde wurde verschleppt. Selbst fast 60 Jahre alte Kollegen wurden eingezogen, erzählte sie. Und berichtete auch von Fragen, denen sich die Hochschulleitung stellen muss: Wie umgehen mit Studierenden, die in sozialen Netzwerken Videos
von Entführungen und Grausamkeiten liken? Wie kann ein religiöses Miteinander auf dem Campus wieder gelingen? Die Anschläge der Hamas bezeichnete sie als Angriff auf die Humanität schlechthin.
»Israel«, sagte Ilana Berman-Frank, »kämpft um seine Existenz.« Auf dem Weg in den Hafen-Klub, so die Meeresbiologin, sei sie an einer großen Werbetafel vorbeigekommen, die die Israel-Flagge zeigte: »Es tut gut zu wissen, dass wir nicht alleine sind.«
Weitere Impressionen und Presseberichte zum Haifa Lunch finden Sie hier.